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Ich wurde 1955 geboren und man sagte mir, ich hätte schon immer viel geredet. Bereits in der Phase des Spracherwerbs – ich konnte mich also noch nicht richtig verständlich ausdrücken – hätte ich lange Ansprachen an meine Schwester gehalten. Reden und kommunizieren ist mir offensichtlich in die Wiege gelegt worden.

Meine Schwester war es auch, die mir einmal, als wir schon ziemlich erwachsen waren, berichtete, ich hätte in meinen langen abendlichen Vorträgen im Bett immer gesagt: “Ich will einmal wirklich helfen!” Ich kann mich daran nicht mehr genau erinnern, aber ich weiß, dass ich als Kind und Jugendlicher sehr viele Fragen gestellt habe. Es gab Leute, die sind damit nicht klargekommen. Sie haben mich gebeten, den  Mund zu halten oder nur zu fragen, wenn niemand dabei war. Ich habe aber auch das große Glück gehabt, immer mindestens einen väterlichen Freund zu haben, der mich mit Geduld und Verständnis auf meiner inneren Suche begleitet hat. Ich werde an diese wundervollen Männer immer dankbar denken.

Etappen meiner Geschichte:

10 Jahre lernte ich an einer polytechnischen Oberschule in Zittau – ohne Pionier oder FDJ-ler zu sein – und übte ich mich in der Außenseiterrolle. In den letzten beiden Schuljahren absolvierte ich an der Kirchenmusikschule Görlitz eine Kantorenausbildung.

2 Jahre Ausbildung zum Tischler. Mein Meister sagte: “Der wird sich noch mal beim Bleistiftspitzen die Ohren brechen!” Zugegeben, die Theorie lag mir deutlich mehr als das Hobeln. Es war eine schwere schöne Zeit. Ich bin heute oft froh, dass ich mal richtig handwerklich arbeiten musste.

2 Jahre Ausbildung zum Krankenpfleger in Rothenburg und Niesky. So nahe bin ich anderen Menschen bisher noch nie gewesen. In hoher Dichte folgten prägende Erlebnisse aufeinander. Ich lernte das Miteinander in einem Team von Pflegern kennen, das Leben in einer diakonischen Gemeinschaft und die menschliche Nähe bei der Begleitung von Menschen auf ihrer letzten Wegstrecke.

2 Jahre Ausbildung zum Ergotherapeuten im Rehabilitationszentrum “Rammelburg” bei Wippra im Harz. Es gab nur zwei Ausbildungseinrichtungen in der DDR. Die Diakonie bekam pro Ausbildungsgang 5 von insgesamt 40 Ausbildungsplätzen. Ich bekam einen dieser 5 Plätze. Unsere Abschlussarbeiten wurden von einem Staatssekretär des Gesundheitsministeriums der DDR begutachtet. Er schrieb unter meine Arbeit: “Diese Arbeit ist ihrer Zeit weit voraus!” Ich hatte ein Konzept für die Arbeitstherapie bei Menschen mit Behinderungen vorgeschlagen, in dem nicht die Beschäftigung mit Bastelarbeiten sondern “richtig Arbeiten” im Mittelpunkt stand. Später haben wir in den Werkstätten für Menschen mit einer Behinderung dieses Konzept  umgesetzt.

Es folgten viele Jahre der Arbeit als Ergotherapeut in Horburg bei Leipzig und in Fürstenwalde bei Berlin. Ich war im Vorstand der “Diakonischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeits- und Beschäftigungstherapie” und bald auch “mauermündig”, d.h. ich durfte dienstlich immer wieder einmal “nach dem Westen” fahren. So lernte ich beide Systeme der beruflichen Rehabilitation kennen, was mir nach der Wende die Möglichkeit der Mitarbeit in der Arbeitsgruppe des BMA zur Netzplanung der Einrichtungen für die berufliche Rehabilitation in der ehemaligen DDR bescherte. Ich lernte in vielen Begegnungen bedeutende politische Persönlichkeiten dieser Zeit kennen. Zu den wichtigsten Begegnungen aber zählten die Seminare mit Herrn Prof. Dr. Ernst J. Kiphard. Der “Vater der Psychomotorik” legte in mir die Grundsteine zu dem, was viele Jahre später unser “CompFlex-Training” wurde.

In Fürstenwalde arbeitete ich auch als Dozent im Seminar für Psychiatriediakonie. Bald schon gab es darüber hinaus Lehraufträge in Fachschulen und anderen Ausbildungseinrichtungen.

1997 eröffnete ich meine erste Praxis in Chemnitz. Sie wuchs schnell. Bereits nach 2 Monaten musste ich die erste Mitarbeiterin anstellen. In der Hochzeit dieser Entwicklung hatte ich 15 Mitarbeiterinnen in drei Praxen. Diese Größe jedoch brachte es mit sich, dass ich überwiegend mit administrativen Aufgaben beschäftigt war und nicht mehr das tun konnte, was ich eigentlich wollte und was mir Spaß machte: “Endlich wirklich helfen”.


Neurofeedback – neurophysiologisches Training der Hirnwellen auf der Basis von EEG-Messungen.

2006 begann ich neu in der Augustusburger Straße. Ich eröffnete eine “Fachpraxis für Ergotherapie und Biofeedbacktherapie”. Es gab kein “Basteln” mehr. Immer mehr entwickelte ich mit meinen Mitarbeiterinnen eine Form des neurophysiologischen Trainings aus der Kombination von verschiedenen Trainingsverfahren. Das, was wir heute praktisch tun ist die kombinierte Nutzung verschiedener therapeutischer Verfahren mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte der Menschen zu stärken und sie auf dem Weg einer ganzheitlichen Veränderung zu begleiten. Ich denke, jetzt ist es endlich Wirklichkeit: Wir können wirklich helfen.

Ich habe als eine meiner ersten Mitarbeiterinnen eine wundervolle Frau eingestellt, die ich zwei Jahre später richtig kennengelernt habe. Wir haben geheiratet und sind heute Eltern von 4 wundervollen Kindern. Bei uns ist dieser Satz ganz richtig: “Hinter jedem starken Mann steckt eine starke Frau!”

Carola Scholtz, 1983 geboren, Ergotherapeutin und Mutter von 4 Kindern

Natürlich mussten wir uns im Team irgendwann entscheiden: Entweder bauen wir eine dicke Mauer um die Praxis, damit niemand unsere Methoden einfach nachmacht, oder wir wir mache diese Methoden allen, die es wollen zugänglich, in dem wir aus- und weiterbilden. Wir haben uns für den letzten Weg entschieden.

2009 habe ich das “Institut für orthofunktionales therapeutisches Training” gegründet. Hier wird geforscht, probiert, gelehrt und beraten. Immer wieder werde ich aufgefordert: “Schreiben Sie doch endlich mal ein Buch über all das, was sie machen.” Immer habe ich gesagt: “Das mache ich, wenn ich mal Rentner bin.” Aber nun kommt alles anders. Wir haben einen Verlag gegründet – den VulkanVerlag@CWS. Wir werden unser Wissen zu den verschiedenen Verfahren und therapeutischen Anwendungen, aber auch unsere Erfahrungen aus der Lebensberatung nicht in Büchern sondern in Form von Online-Seminaren und Texten, Foren und einem individuellen Coaching zur Verfügung stellen. Wir werden uns sehr freuen, wenn wir auch damit wirklich helfen können.

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